Wulff droht mit "endgültigem Bruch"
Die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» und die «Süddeutsche Zeitung» berichteten, der Bundespräsident habe sich auf Diekmanns Mailbox darüber beschwert, dass «Bild» eine «unglaubliche» Geschichte über ihn plane. Der Präsident habe den «endgültigen Bruch» mit dem Springer-Verlag angedroht, falls der Bericht tatsächlich erscheine. Auch sollen die Worte Krieg und Rubikon gefallen sein. Der römische Feldherr und Politiker Gajus Julius Cäsar überquerte im Jahr 49 vor Christus mit seinen Soldaten den Fluss Rubikon, was rechtlich einer Kriegserklärung an den römischen Senat gleichkam.
Kritik am Bundespräsideten geht weiter
Einen Tag nach dem Anruf des Präsidenten erschien der erste Bericht der zum Springer-Verlag gehörenden «Bild»-Zeitung, demzufolge Wulff als niedersächsischer Ministerpräsident einen 500.000-Euro-Privatkredit von dem Unternehmerehepaar Geerkens erhalten hat.
Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass die Kritik am Verhalten Christian Wulffs kein Ende nimmt.
So kritisiert die stellvertretende SPD-Vorsitzende Aydan Özoguz die Aufklärungsbemühungen von Bundespräsident Christian Wulff in der Affäre um die Finanzierung seines Hauses. «Dass Herr Wulff nicht sofort reinen Tisch gemacht hat, schadet der ganzen politischen Klasse», sagte Özoguz. «Ich wünsche mir noch weitere Aufklärung.» Es sei misslich, dass alle Details nur stückchenweise aufgeklärt würden.
«Ich möchte, dass er als glaubwürdiger Bundespräsident im Amt bleiben kann», sagte Özoguz. «Ich finde es traurig, dass es durch Wulff wieder zu Pauschalurteilen über die Politiker gekommen ist.»
