Bauhauptgewerbe Sachsen-Anhalt: Differenzierte Baukonjunkturentwicklung 2011
„Das Baugeschehen in Sachsen-Anhalt verlief 2011 insgesamt positiv, die Nachfrage nach Bauleistungen und in deren Gefolge die Bautätigkeit entwickelten sich in den einzelnen Bau-segmenten aber sehr unterschiedlich“, erklärte Dr. Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Sachsen/Sachsen-Anhalt e. V., nach Bekanntgabe der Jahresergebnisse für das Bauhauptgewerbe durch das Statistische Bundesamt.
Nachfrage – Auftragseingang
In der Jahressumme übertraf der Auftragseingang des Bauhauptgewerbes in Sachsen-Anhalt sein Vorjahresergebnis um 6,3 Prozent. Die Nachfrage im Wohnungsbau ist 2011 in Relation zum Vorjahr sprunghaft angestiegen. Der Auftragseingang lag hier 2011 um 38,5 Prozent über dem Vergleichswert von 2010. Eine erhebliche Dynamisierung gegenüber dem Vorjahr erfuhr 2011 auch der Wirtschaftsbau (+24,8%). Demgegenüber bewegten sich die Bestellungen im öffentlichen Bau 2011 mit einem Minus von 17,4 Prozent ausgesprochen deutlich unter dem Auftragseingang des Jahres 2010. „Noch sehr viel stärker als im Vorjahr wurde das Investitionsverhalten der öffentlichen Hand 2011 offensichtlich von Bemühungen bestimmt, die Haushalte zu konsolidieren“, stellte Momberg dazu fest.
Bautätigkeit – Umsatz
Das Bauhauptgewerbe Sachsen-Anhalts erreichte 2011 mit einem Gesamtumsatzvolumen von 3,3 Mrd. Euro ein um 7,0 Prozent höheres Ergebnis als 2010. Der Nachfragesprung im Wohnungsbau führte in diesem Segment zu einer regen Bautätigkeit im gesamten Jahres-verlauf. Der Umsatz im Wohnungsbau stieg 2011 in Bezug zum Vorjahr um 22,2 Prozent an. Der Wirtschaftsbau des Landes wuchs mit 2,1 Prozent eher moderat. Auch der öffentliche Bau schloss 2011 mit einer positiven Bilanz ab. Hier erhöhte sich das Umsatzvolumen in Relation zu 2010 um 5,2 Prozent. Der stark vom Tiefbau geprägte öffentliche Bau profitierte am Jahresbeginn 2011 noch von den günstigen Witterungsbedingungen, danach entwickelte sich das öffentliche Baugeschehen überwiegend rückläufig. „Die Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr war negativ und fiel gegenüber der im ersten Halbjahr ganz deutlich ab“, merkte Momberg dazu an.
Beschäftigung – Arbeitsmarkt
Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe von Sachsen-Anhalt lag 2011 bei knapp 31.000 und war damit höher als im Jahr zuvor (+1,1%). Die Anzahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Bauleute hat 2011 spürbar abgenommen. Im Jahresdurchschnitt lag sie bei 8.000 und damit um 27,9 Prozent unter dem Stand von 2010.
