Es geht um die Wurst, obwohl die Milch gemeint ist. Den Milch- bauern, und nicht nur denen in Sachsen-Anhalt, ist nach erfolgrei- chem Protest vor einigen Wochen der Preis zu gering. Mit weniger als 40 Cent pro Liter Milch könne man nicht mehr existieren. Nun ist der Beruf eines Bauern oder Viehzüchters nicht ein Beruf wie jeder andere. Auch ist Milch nicht irgendein Produkt, sondern für die Ernährung unverzichtbar. Das begründet die Sonderstellung der Bauern, die seit vielen Jahren von der Europäischen Union großzügig subven- tioniert wird. Trotzdem muss man sich die Frage stellen, ob es denn wirklich richtig sein kann, dass der Markt hier fast vollständig ausgeblendet wird. Wenn das Angebot zu groß ist, dann sinken die Preise. Das ist nun mal so, haben selbst eingefleischte Sozial- ismus-Anhänger zwischenzeitlich begriffen. Nur bei der Milch, beim Zucker ganz ähnlich, scheint das nicht so zu sein. Nach Auskunft von Molkereien wurde bis März durchaus hier und da mehr als 40 Cent pro Liter Milch gezahlt. Das habe allerdings dazu geführt, dass viele die EU-Quoten missachtet und trotz Strafzuschlag deutlich mehr produziert hätten. Offenbar war das trotzdem lohnend, denn es entstand ein deutliches Überangebot. Und damit sind die Preise wieder in den Keller gefallen. Nun geht es um einen Milchfonds als Ausgleich. Aber es ist schon jetzt abzusehen, dass dies ein untaugliches Mittel sein wird und lediglich den Milchsozialismus zementiert. Auf Dauer ist das nicht zu finanzieren und die EU will die Milchquoten mittelfristig abschaffen. Wieso schenkt man den Bauern hier nicht reine Milch ein? Jeder Industriearbeiter muss um- schulen, wenn seine Leistungen nicht mehr gebraucht werden. Vermutlich ist die Angst, dass neben der Milch auch die Bauern als Wähler sauer werden, bei der Politik weit verbreitet.

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