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„Alles fließt“ und erzeugt noch Strom |
Neues Netzwerk aus Wissenschaft und Wirtschaft will innovative Flusskraftwerke entwickeln und weltweit vermarkten |
Magdeburg. Magdeburger Wis- senschaftler wollen in den kom- menden Jahren neuartige Fluss- kraftwerke entwickeln, die ohne den Bau von Staustrecken Ener- gie erzeugen können. Bereits im kommenden Jahr sol- len die ersten Prototypen auf der Elbe schwimmen. Das hofft Markus Lüken, Geschäftsführer der Venture Businees Consult GmbH und Sprecher des Indus- triekonsortiums, das zusammen mit den Wissenschaftlern das Projekt auf die Beine stellen soll. Werden die theoretischen Erwar- tungen erfüllt, wird die auf Was- ser- und Turbinenbau spezialisierte Genthiner Firma SIBAU GmbH eine Produktentwicklungslinie als Produktionsverantwortlicher für den weltweiten Markteinsatz herstellen. Die technische Projekt- leitung während der Entwicklungsphase liegt bei der NATURSTROM AG, die sich bislang einen Na- men bei der Wiederherstellung von kleinen Wasserkraftanlagen in Deutschland gemacht hat. Der Vorteil der Fluss-Kraftwerke: Der Flusslauf muss nicht verändert werden, weder Schifffahrt, Hochwasserabfuhr, noch der Fluss als Lebensraum werden beeinträchtigt. Im Netzwerk „Technolo- giekompetenz Fluss-Strom“ wollen Forscher der Experimentellen Fabrik, der Otto-von-Guericke-Universität und des Fraunhofer IFF gemeinsam mit neun kleinen und mittleren Unternehmen – da- von sechs aus Sachsen-Anhalt – ein Kompetenzzentrum für die Energiegewinnung aus Flüssen eta- blieren. Zudem sollen die entwickelten adpativen Fluss-Mühlenkraftwerke weltweit vermarktet wer- den. „Den Ausbau der Wasserkraftnutzung sehen wir als sinnvoll und werden ihn auch unterstützen“, sa- gte Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff beim Start des Projektes in Magdeburg. Potenziale dafür seien in vielen Flüssen des Landes vorhanden. „Dabei wird es aber vielfach darauf ankommen, die Wasserkraftanlagen den Bedingungen der Flüsse anzupassen. Diese Herausforderung wollen For- scher und Unternehmen mit dem neuen Netzwerk meistern. Dabei machen hochinnovative Fluss-Mühlenkraftwerke die Wasserkraft zu einem noch attraktiveren regenerativen Energieträger“, betonte Haseloff. Das Netzwerk „Technologiekompetenz Fluss-Strom“ wird als eines der Siegerprojekte im Rahmen des Programms „NEMO – Netzwerkmanagement Ost“ vom Bundeswirtschaftsministerium bis Mitte 2010 gefördert. Ziel des Netzwerkes ist es, weltweit Potenziale zu erschließen für eine nachhaltige, ökonomische, dezentrale und umweltfreundliche Energiegewinnung aus Flüssen mit geringer und mittlerer Strömung. Dafür sollen unter anderem neuartige Generatoren entwickelt und neue Material- ien verwendet werden.

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