Noch sind hier die Bagger und andere Erdfahrzeuge dabei, den Bördeboden in Osterweddingen für das neue Werk f|glass vorzube- reiten, doch schon in einem Jahr sollen hier einmal täg- lich rund 700 Tonnen Float- glas vom Hof rollen. Die Fir- mengründung als f | glass war im Januar, Gesellschaf- ter sind Scheuten, solar | glass Scheuten und Inter- pane. Geschäftsführer von f| glass ist Herbert Köhler, Pro- kurist des Unternehmens ist Wolfgang Räbiger.Wenn die hochmoderne Produktionsan- lage fertig ist, sollen hier einmal rund 200 Mitarbeiter ihr Auskommen haben. Die Ent- scheidung, das Werk mitten auf den wertvollen Bördeboden zu setzen, hat nicht nur Begeisterung hervorgerufen. Ausschlaggebend war die Nachhaltigkeit der Arbeits- plätze für die Region. Scheuten wurde 1950 durch Jacques Scheuten gegründet und konzentrierte seinen Tätigkeits- schwerpunkt lange Zeit auf die Verarbeitung von Flachglas. Die Entwicklung des Unternehmens entsprach der Erweiterung des Sortiments von Glasanwendungen. 1970 wurde Scheuten einer der ersten Hersteller von Isolierglas. Das Produktionssortiment wurde auf Verbundglas (1983), Hartglas (1990), beschichtetes Glas (1995) und Brandschutzglas (2007) erweitert. Seit 2001 produziert Scheuten in Moustir, Belgien in einer eigenen Anlage Flachglas. Derzeit wird die zweite Flachglas–Produktionsstätte, die f | glass GmbH in Sülzetal/Osterweddingen, ihre Pro- duktion aufnehmen. Scheutens Zentrallabor befindet sich in Venlo, Niederlande. Unter Erwartungen einesweltweiten Wachstums bei Solarenergiesystemen bekommt Scheuten mit seinem ehrgeizigen Programm aus Innovation, Investition und Globalisierung eine neue Dimension. Das Wachstumsszenar- ium, sowohl für Solar als auch für Glas, kombiniert mit einem starken Firmenimage, steht bei der Integration von Scheuten Solar und Scheuten Glas in einen starken, weltweit tätigen Kon- zern im Mittelpunkt. Derzeit sind für das Unternehmen Scheuten über 1500 Mitarbeiter weltweit tätig. Für die näch- sten Jahre wird eine starke Zunahme der Mitarbeiterzahl erwartet. Im Geschäftsjahr 2007 er- zielte das Unternehmen einen Jahresumsatz von 360 Millionen Euro.
Gemengeanlage Zuführung des Rohmaterials als Mischung aus Quarzsand, So- da, Dolomit, Kalk und mehreren weiteren Komponenten. Dies alles wird in der Anlage gründ- lich gemischt und dem Schmel- zogen kontinuierlich zugeführt.
Schmelzanlage Mit Erdgasfeuerung wird bei 1550 Grad Celsius eine Schmelze erzeugt, die kontinu- ierlich zur Verfügung stehen muss.Die Schmelzwanne hat dabei ein Fassungsvermögen von etwa 2000 Tonnen geschmolzenem Glas.
Floatbad Im Floatbad befindet sich flüssiges Zinn. Das Glas spezifisch leichter als Zinn ist, fließt bezie- hungsweise floatet - so der englische Begiff dafür - die Glasmasse auf dem Zinn. Bei diesem Vorgang dehnt sich die Glasmasse aus, schwimmt dabei auf dem Zinn und verläuft ähnlich wie Wasser zu einem endlosen Glasband mit einer Dicke von drei bis 19 Millimeter.
Rollenkühlofen Dieses Band kommt in einen Rollenkühlofen, der rund 160 Meter lang ist. Auf dieser Strecke kühlt das Endlosglasband bis auf Raumtemperatur ab. Durch diese relativ langsame Abkühlung wird erreicht, dass sich im Glas nur geringe Spannung aufbaut. Das wiederum ist notwendig, damit es sich ohne Probleme schneiden läßt.
Schneidlinie Eine CNC-gesteuerte Schneidbrücke teilt das Glasband auf Standardmaße ab. Vakuumsauger stapeln die riesigen Glastafeln auf Lager und Transportgestelle. Damit sind die Glastafeln ver- sandfertig und treten die Reise in alle Welt an.

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