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Durch den literarischen Brei gezogen
Das Sommertheater in der Festung Mark glänzte ohne Respekt vor deutschen Klassikern mit ungeheurer Spielfreude
 Der arme Geheimrat Goethe. Leuten wie Wolfgang Gundacker und Moritz Röhl, beide Schauspieler vom Theater Furioso aus Berlin, ist eben nichts heilig, und Respekt vor Klassikern haben die sowieso nicht. „Goethe - Die Show!“ war das geniale (mit einem solchen Superlativ muss man vorsichtig umgehen) Sommertheater in der Magdeburger Festung Mark. Stargäste waren, wie könnte es anders sein, Götz, Iphigenie (sie hatte es irgendwie - typisch Frau -  nicht geschafft, rechtzeitig am Spielort zu sein), Egmont, Faust, Mephisto und wer weiß schon, wer noch alles.
Die beiden Berliner Protagonisten spielten sie alle, manchmal nacheinander, manchmal gleichzeitig, mit wechselnden Charakteren, Dialekten, mit klassischem Text und Situationskomik - und das Ganze bis zur köperlichen Erschöpfung. Was ihnen der regieführende Reinhold Koch von der Agentur Theatermarkt aus Cottbus da aufbürdete, hätte eigentlich die Künstlersozialkasse auf den Plan rufen müssen. So aber begeisterten sie ein absolut rücksichtsloses Publikum, das immer noch mehr sehen wollte.
Dass die beiden, mit so viel Beifall bedacht, die eigentlich unantastbaren Klassiker durch den literarischen Brei ziehen durften, kam nicht von ungefähr. Im letzten Sommer hatten sie bereits den armen Schiller in der Festung Mark im Visier, und das mit solchem Erfolg, dass die Veranstalter in dem Magdeburger Studentengemäuer (wer das noch nicht gesehen hat, der hat was verpasst) ziemlich sicher sein konnten, auch für den Sommer 2008 einen Knaller zu landen. Und das ist ihnen gelungen.
Nur sieben Vorstellungen des Sommertheaters gab es im Juli in der Festung Mark. Viel zu wenig, ist der geneigte Zuschauer angesichts solchen Komödiantentums versucht zu mäkeln. Allein: Mehr hätten die beiden vermutlich auch gar nicht durchgestanden.

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